Hospizarbeit an Beispielen

Im Einsatz für die Menschenwürde – Hospizarbeit praktisch

„Ich weiß, er kommt heute noch zu mir“.

Dieser Satz eines 90-jährigen pflegebedürftigen Mannes gilt einem ehrenamtlichen Mitarbeiter der ambulanten Hospizarbeit Weimar, Professor George Alexander Albrecht, inzwischen Ehrendirigent der Staatskapelle Weimar. Manchmal sind es bis zu fünf Menschen am Ende ihres Lebens, die er betreut, um ihnen Zuwendung und Trost zu geben angesichts ihres nahen Todes. Albrecht ist auch der Initiator des ökumenischen stationären Hospizes St. Martin in Erfurt, „der einzigen Landeshauptstadt, die bisher ohne eine solche Einrichtung war“, wie er sagt. Warum engagiert er sich in dieser Weise? Albrecht hat soviel Glück und Erfolg in seinem Leben erfahren, dass er nun in seinem Ruhestand davon etwas zurückgeben möchte. „Das Kreuz gibt soviel Trost, dass ich das einfach unterstützen möchte“, ergänzt er schlicht, aber doch beeindruckend. Für Albrecht ist es eine Frage der menschlichen Würde, dass Sterbende geborgen sind und ruhig Abschied nehmen können, denn, so sagt er weiter: „Wir haben Angst, aus dieser Welt heraus zu müssen, das spüre ich immer wieder an der großen Nervosität der Sterbenden“.

Seine Initiative für ein stationäres Hospiz in Erfurt war erfolgreich. Ökumenisch, in christlichem Sinn und im Geist der Nächstenliebe soll es geführt werden. Jeder kann kommen, ob christlich oder sonst religiös gebunden oder auch nicht. Ein schlichtes Metallkreuz aus der Schmiede eines Benediktinerordens soll in allen Räumen des künftigen Hospizes Symbol des Trostes sein. Ines Franke aus Würzburg hat die Kreuze gespendet. Sie hat erfahren, was Zuwendung und Trost bedeuten, seitdem ihr 90-jähriger Vater von Professor Albrecht betreut wird.

Albrecht und Ines Franke wünschten sich, dass sich mehr Menschen in der Hospizarbeit engagieren würden.

Das Gespräch mit Professor Albrecht und Ines Franke führte Inge Linck, Erfurt